Humanitärer Libanon Einsatz

Category: Events 2020
Published: Monday, 19 October 2020
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Am 4. August 20 begannen im Hafen von Beirut 2750 Tonnen Amoniumnitrat zu brennen. In der Folge ereignete sich eine verheerende Explosion die Teile des Hafens und der Stadt in Schutt und Asche legte. Laut Angaben der libanesischen Behörden wurden dabei 6.500 Menschen zum Teil schwer verletzt, 190 wurden getötet. Die Explosion war so heftig, dass sie noch im Norden Israels und auf der 240 Kilometer entfernt liegenden Insel Zypern wahrgenommen wurde.

2b Beirut Hirschmugl

 

Als Mitglied des United Nations Disaster Assessement and Coordination (UNDAC) entsandte das Österreichische Bundesheer am 6. August mit Hauptmann Gernot Hirschmugl einen erfahrenen Experte für internationale Katastrophenhilfseinsätze, nach Beirut. UNDAC wurde 1993 ins Leben gerufen. Rund 180 nationale Krisenmanager aus mehr als 70 Nationen stehen im Rahmen dieses weltumspannenden Zusammenschlusses für internationale Hilfsoperationen bereit. Fünf davon kommen aus Österreich. Das Verteidigungsministerium beteiligt sich dabei aktuell mit zwei Experten.

2e Beirut Hirschmugl

 

Hauptaufgabe Hirschmugls im Libanon war es, in einem 12-köpfigen Koordinierungsstab der UNO, libanesische Autoritäten sowie nationale und internationale Hilfsorganisationen bei der Krisenbewältigung aufeinander abzustimmen und die Hilfsmaßnahmen internationaler Organisationen zur Bewältigung der Explosionsauswirkungen zu koordinieren.

Herr Hauptmann! Wie sind Sie mit UNDAC in Berührung gekommen?

Ich bin seit mehr als 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Gleichenberg Mitglied, habe die staatliche Krissen- und Katastrophenschutz-Ausbildung (SKKM) des BMI durchlaufen und wurde durch die Tätigkeit meines Onkels, der langjähriges UNDAC Mitglied ist, auf dieses Tool von UN OCHA, dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, aufmerksam. Aufgrund meiner langjährigen freiwilligen Tätigkeit im Katastrophenschutz war mein Interesse daran natürlich sehr groß und das jetzige Engagement als UNDAC Mitglied eine konsequente Fortführung meines bei der Feuerwehr begonnen Weges.

 

2d Beirut Hirschmugl

 

Welche Ausbildungen/Kenntnisse braucht es, um im internationalen UNDAC-Stab tätig zu werden?

Jedes UNDAC Mitglied bringt aufgrund seiner täglichen Arbeit bzw. seines beruflichen Hintergrundes entsprechende Fähigkeiten mit, dabei wird bei der Auswahl der zukünftigen UNDAC Mitglieder darauf geachtet, dass das gesamte Spektrum eines Katastrophenbewältigungseinsatzes abgedeckt werden kann und die entsprechende Expertise vorhanden ist. Darüber hinaus sind die notwendigen internationalen Ausbildungen der UNO Voraussetzung.

Bei derartigen Katastropheneinsätzen spielt ja auch die Zeit eine wesentliche Rolle. Wie viel Vorbereitungszeit wird Ihnen vor einem Abflug in ein Katastrophengebiet zugestanden?

Dabei kommt es auf die Katastrophe an aber grundsätzlich ist die Vorgabe, dass innerhalb von 12-48 Stunden ein UNDAC Team weltweit entsandt werden kann. In diesem Fall wurde ich am Mittwoch um 19:00 Uhr als Teammitglied ausgewählt und bin am Donnerstag um 14:45 Uhr im Flieger nach Beirut gesessen.

 

2f Beirut Hirschmugl

 

Welchen besonderen Herausforderungen sind Sie in Beirut gegenübergestanden?

Die Explosionskatastrophe reiht sich in eine Serie von Herausforderungen und Problemen ein, mit denen die Menschen im Libanon momentan zu kämpfen haben. Dazu gehört die Flüchtlingskrise, die CORONA Pandemie und auch die wirtschaftliche Lage im Land. Das UNDAC Team wurde zur Unterstützung der Bewältigung der Explosionskatastrophe entsandt, dafür war es notwendig eine UN Koordinierungsstruktur aufzubauen. Nachdem das Militär von der Regierung die Verantwortung zur Koordinierung der Katastrophenbewältigung übertragen bekommen hat, war für mich die erste Herausforderung, die entsprechenden Strukturen und Kontaktpersonen im libanesischen Militär zu eruieren und dann den Kontakt zu den Entscheidungsträgern herzustellen.

 

2c Beirut Hirschmugl

 

Hat die anspannte politische Lage zu Einschränkungen bei der Durchführung der Hilfsmaßnahmen geführt?

Die UN leistet Hilfe entsprechend den humanitären Prinzipien (humanity, neutrality, impartiality, independence), wir haben uns daher gemäß unserem Mandat voll auf die Hilfe der notleidenden Bevölkerung konzentriert, dabei hat es aus meiner Sicht und Wahrnehmung keine Einschränkungen aufgrund der politischen Geschehnisse gegeben.

Der Libanon ist ja auch besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Welche Hürden gab es hier zu überwinden?

Die Einreisebestimmungen machten bereits vor Ankunft in Beirut klar, dass COVID19 Auswirkungen auf den Einsatz haben wird, so war es notwendig einen gültigen, negativen COVID Test bereits beim Einchecken in Wien vorweisen zu können. Im Libanon wurde dann akribisch genau auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen (1m Abstand, MNS und Händedesinfektion) geachtet. Vor allem der Mundnasenschutz erschwerte die Arbeiten der Hilfskräfte sehr, war aber natürlich zum Schutz absolut notwendig.

 

2a Beirut Hirschmugl

 

2018 waren Sie zur Bewältigung der Flutkatastrophe in Nigeria im Einsatz. Sind die beiden Hilfsoperationen vergleichbar?

Keine Katastrophe gleicht der Anderen. In Nigeria habe ich bei der Bewältigung einer Flutkatastrophe unterstützt und dabei den lokalen Krisenstab der nigerianischen Behörden in Kogi und Edo beraten, in Beirut habe ich in einem UN Stab gearbeitet und die Koordinierung mit dem libanesischen Militär unterstützt. Obwohl die generellen Tätigkeiten im Rahmen einer Katastrophenbewältigung grundsätzlich ähnlich sind ist es trotzdem immer etwas anderes, anderes Umfeld, andere Kultur, andere Rahmenbedingungen aber eines ist in allen Hilfseinsätze gleich, nämlich das Ziel Menschenleben zu retten und menschliches Leid zu mindern.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Hauptmann!


Hptm Mag.(FH) Mag. Hirschmugl Gernot
Der steirische Berufsoffizier und Jurist ist seit 2017 eines von zwei aktiven UNDAC-Mitgliedern des ÖBH. Die militärische Karriere begann 1997 im Militärrealgymnasium in Wr. Neustadt. Danach absolvierte Hirschmugl die Theresianische Militärakademie und musterte 2006 (Jahrgang Graf Salm) als Fernmeldeoffizier zum Fernmeldebataillon 1 nach Villach aus. Von 2008 bis 2019 war er in der Abteilung „Civil-Military Cooperation“ des „Zentrums Internationale Kooperation“ bzw. der jetzigen Auslandseinsatzbasis tätig und wurde dabei mitunter als Kurskommandant für Internationale Ausbildungen eingesetzt. Aktuell ist Hirschmugl im Ministerium in der Abteilung „Logistische Unterstützung“ tätig. Im internationalen Umfeld hat sich Hirschmugl im Rahmen von Auslandseinsätzen im Kosovo (2010 und 2013) und in Bosnien (2007 und 2018) unter Beweis gestellt. Der erste Einsatz als UNDAC Mitglied führte Hirschmugl 2018 nach Nigeria, wo er die nigerianischen Behörden bei der Koordination der Einsatzkräfte zur Bewältigung der dortigen Flutkatastrophe unterstütze, 2020 unterstütze er das UN OCHA Büro in Beirut bei der Bewältigung der Explosionskatastrophe. Davor war er Teilnehmer des "Humanitarian Assistance in West Africa Course" am Kofi Annan Peace Keeping Training Centre in Ghana.

Angelobung die Zweite!

Category: Events 2020
Published: Thursday, 24 September 2020
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Bereits zum zweiten Mal musste aufgrund der cornoabedingten Einschränkungen ein Grundwehrdienerkontingent unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Militärmusik in der Wallenstein Kaserne angelobt werden.

15a Angelobung

 

Um der Veranstaltung dennoch den verdienten würdigen Rahmen zu geben wurde ein Gesamtantreten der Bediensteten des AUTINT und der Betriebsstaffel befohlen. Mit der Flaggenparade unter Abspielen der Bundeshymne wurde der Festakt eröffnet. Der Kommandant AUTINT, Obst Claus Amon, ging in seiner Rede speziell auf die Rekruten und ihre kommenden Aufgaben ein. „You’re in the Army now!“erinnerte Amon und forderte entsprechende soldatische Tugenden für die kommenden Monate ein.

15b Angelobung

 

Der Kommandant widmete sich allen Aufgaben der Rekruten, die von ihnen in ihrer Verwendung nach der Basisausbildung wahrgenommen werden. Mit einem Augenzwinkern ermahnte er dabei die Kraftfahrer auf keinem Fall mit einer Liedzeile von Rainhard Fendrich in die Kaserne zurückzukehren und zu melden: „Heite hot mit s‘Glick valossn du liegts am Autofriedhof draussn!“

15c Angelobung

 

Obwohl nur 27 Rekruten angetreten waren, war ihr Treueschwur äußerst lautstark im gesamten Kasernenareal zu vernehmen. Nach dem Abspielen der Europahymne und dem Erbitten weiterer Befehle erfolgte die Verleihung der AUTINT Badges an die frisch Angelobten

Mit der Überreichung dieses markant sichtbaren Zugehörigkeitsabzeichens erfolgte endgültig die Übernahme der Rekruten in die Drehscheibe der Auslandseinsätze.

Fotos: Wm Dominik Soldatitsch

KFOR-Hauptquartiersteile verabschiedet

Category: Events 2020
Published: Thursday, 24 September 2020
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Am Donnerstag, 24. September, wurden in der Wallenstein Kaserne in Götzendorf die Hauptquartiersteile des 43. EUFOR-Kontingents verabschiedet. Nach der Meldung an den Kommandanten der Auslandseinsatzeinsatzbasis, Obst Claus Amon MSD, erfolgte unter dem Abspielen der Bundeshymne die Flaggenparade.

14a KFOR

 

In seiner Ansprache ging der Kommandant auf die Historie der Mission ein und erinnerte an unser erstes Camp in Suva Reka. Allerdings wurde das legendäre Camp Casa Blanca schon vor etlichen Jahren verlassen und sowohl die Einsatzorte als auch die Aufträge der österreichischen Soldatinnen und Soldaten habe sich im Lauf der Jahre wesentlich verändert.

Obst Amon dankte den angetretenen Soldaten für ihre Bereitschaft gerade in diesen, vom Coronavirus so stark geprägten Zeiten, einen Auslandseinsatz anzutreten. Amon sprach auch die Situation im Kosovo direkt an, denn AUTCON/KFOR ist jene Mission, in der derzeit die Restriktionen aufgrund der Pandemie am strengsten sind.

14b KFOR

 

Der Kommandant des AUTINT sprach auch dem Ausbildungsleiter, Mjr Jürgen Bartl, für die ausgezeichnete Einsatzvorbereitung, die unter Erfüllung aller coronabedingten Einschränkungen erfolgreich zu Ende geführt werden konnte seinen Dank aus.

Amon forderte die Kontingentsangehörigen auf, ehrliche Kameradschaft zu leben, für einander einzustehen und vor allem auf ihre Gesundheit zu achten, um die Einsatzbereitschaft in der Mission aufrecht zu erhalten.

Mit den Worten: „Ich darf euch viel Soldatenglück bei eurer Auftragserfüllung, vor allem aber eine gesunde Rückkehr in eure Heimat Österreich wünschen!“, schloss der Kommandant des AUTINT seine kurze Ansprache.

Fotos: Wm Dominik Soldatitsch

Damentag

Category: Events 2020
Published: Monday, 21 September 2020
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Insgesamt 15 Frauen versehen in der Auslandseinsatzbasis ihren Dienst. Ihre Arbeitsplätze sind quer durch die Kaserne verstreut, sodass sich nur selten die Gelegenheit ergibt gemeinsam etwas zu unternehmen. Mit einem CI-Projekt wurde diesem Manko nun abgeholfen und die Damen hatten die Möglichkeit einen Tag unter sich zu verbringen und in aller Ruhe ihre Erfahrungen untereinander auszutauschen. Natürlich blieb das Militärische dabei nicht unberücksichtigt und so wurde eine Freiluftbesichtigung des durch Corona leider geschlossenen Bunkermuseums in Bruckneudorf gemacht.

 

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Vzlt iR Pichler konnte aus seinem umfangreichen Erfahrungsschatz aber so bildhaft erzählen, dass der Kalte Krieg greifbar nahe war und sich die Vorstellung, wie die Lebens- oder besser gesagt Überlebensbedingungen in so einer Bunkeranlage waren keine Wünsche offenließ. Beim Rundgang durch das Gelände rund um die feste Anlage wurde das Aufmarschgebiet des damaligen „Ostfeindes“ eindrucksvoll vor Augen geführt. Allen Teilnehmerinnen wurde die landschaftliche Weite vor der Brucker Pforte und damit auch die umfassenden Angriffsmöglichkeiten einer feindlichen Armee bewusst. Und damit verbunden auch die Gefahr, der die eingesetzten Soldaten ausgesetzt waren.

Natürlich genügend Gesprächsstoff für den gemütlichen Ausklang, der bei einem Heurigen in Bruck stattfand. Für die Damen endete am Nachmittag ein überaus stimmiges CI-Projekt, das nicht nur dienstliche Kommunikation sondern auch einen äußerst interessanten historischen Rückblick in die Zeit der Spanocchi Doktrin brachte. Einer Wiederholung im kommenden Jahr dürfte somit nichts im Wege stehen.

 

EUFOR-Kontingent verabschiedet

Category: Events 2020
Published: Thursday, 10 September 2020
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Am Donnerstag, 10 09 20, wurden in der Wallenstein Kaserne in Götzendorf 28 Angehörige des 33. EUFOR-Kontingents verabschiedet. Nach der Meldung an den stellvertretenden Kommandanten der Auslandseinsatzeinsatzbasis, Obst Karl Wolf MSD, erfolgte unter Abspielen der Bundeshymne die Flaggenparade.

 

In seiner Ansprache dankte der stellvertretende Kommandant des AUTINT dem Ausbildungsleiter, Mjr Jürgen Bartl, für die ausgezeichnete Einsatzvorbereitung, die unter Erfüllung aller coronabedingten Einschränkungen erfolgreich zu Ende geführt werden konnte. Kurz streifte Wolf das 60-Jahrjubiläum der Auslandseinsätze des Österreichischen Bundesheeres, ehe er sich dem Einsatzraum widmete. Mit dem Beitritt zur Partnerschaft für den Frieden kam es im Jahr 1996 auch zur Teilnahme Österreichs an der damals NATO-geführten Implementation Force (IFOR) in Bosnien-Herzegowina. Aus der IFOR wurde die Stabilization Force (SFOR), 2004 übernahm die Europäische Union die Führung der Mission, der Name wurde auf European Force (EUFOR) abgeändert.

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Obst Wolf forderte die Kontingentsangehörigen auf ehrliche Kameradschaft zu leben, für einander da zu sein und die hervorragende Reputation, die im Einsatzraum Bosnien-Herzegowina vorhanden ist, weiter aufrecht zu erhalten.

 

Auch wenn die Lage im Einsatzraum aufgrund der COVID-19 Situation besonders herausfordernd ist, ist es trotzdem notwendig den dienstlichen Verpflichtungen in allen Belangen bestmöglich nachzukommen.

 10b EUFOR

Derzeit ist es ruhig im Einsatzgebiet und die Tagesabläufe gehen eingespielt und routiniert über die Bühne, doch oft reicht ein kleiner Funken, um ein unheilvolles Feuer zu entzünden. Dementsprechend umsichtig und wachsam sollten sich unsere Kontingentsangehörigen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und Aufträge verhalten, um weiterhin Stabilität und Frieden aufrecht zu erhalten.

 10c EUFOR

„Ich wünsche Ihnen viel Soldatenglück und vor allem eine gesunde Rückkehr in ihre Heimat Österreich“, schloss der stellvertretende Kommandant seine Rede und er verwies auf den guten Ruf, den österreichische Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzräumen genießen
Fotos: Vzlt Werner Wukoschitz